Die Entscheidung

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"Nein, mein Gemahl, diese übernatürliche Gabe deiner Untertanen hat allerhand Böses geschaffen und kaum Gutes gebracht", sagte die zarte Feenkönigin nachdenklich.
"Das mag schon stimmen, aber die Menschen haben solche Behandlung verdient. Sie sind dumm, habgierig, neidisch und heuchlerisch."
"Nicht alle, nicht alle", beeilte sich die Feenkönigin zu sagen, "es sind auch völlig Unschuldige dabei."
""Du kennst noch nicht mal die Hälfte der Geschichten und schon tun dir die Menschen leid."
"Die meisten der Gegenstände, die deine Untertanen gefertigt haben, brachten nichts als Unglück, mein Gemahl."
"An alle kann ich mich nicht mehr erinnern, es habe zu viele. Da war zum Beispiel die Geschichte mit der Ritterrüstung. Eine herrliche Rüstung war gemacht worden. Ein Helm, der leuchtete, ein Panzer, der nicht seinesgleichen hatte, ein Schild dazu, der ein Schmuckstück war. Diese vollständige Rüstung schenkte der König seinem würdigsten, tapfersten Ritter. Und seit dieser Zeit bestand der Held nicht einen einzigen Kampf, er verlor nur noch. Nach außen hin glänzte die Rüstung nach wie vor, nicht ein Kratzer war zu sehen, aber jeder Hieb traf, und unter seinem Panzer blutete der Kämpfer aus vielen Wunden. Eines Tages starb er an seinen Verletzungen.
Dann gab es da noch ein Schwert. Mit ihm hatte es eine ganz seltsame Bewandtnis: wer auch immer dieses Schwert führte, und sei er auch der größte Held, er wurde plötzlich lächerlich. Keiner seiner Hiebe traf mehr. Er wurde zu einer komischen Figur und die Zuschauer lachten über ihn.
Es ist so vieles geschehen, dass ich das meiste bereits vergessen habe."
"Als wir heirateten, mein Gemahl, versprachst du, mir einen Wunsch zu erfüllen. Kannst du dich daran erinnern? Bitte, gewähre ihn mir jetzt. Ich bitte dich darum."
"Nun gut, du sollst haben, was immer du möchtest. Was ist dein Begehr?"
"Bitte, lass all die Gegenstände, denen eine Zauberkraft innewohnt, vernichten und erlaube nie mehr, neue von der gleichen Art anzufertigen. Ich bitte dich sehr darum. Bedenke doch, daß die größte Zahl dieser schönen Dinge viel Leid gebracht und viel Unglück verursacht hat."
"Du verlangst viel von mir, sehr viel. Aber da ich es dir einmal versprochen habe, so soll es geschehen. Es sei, wie du verlangst!"
"Ich danke dir, du bist sehr großmütig, mein Gemahl!"
Und der mächtige König Murami hielt sein Versprechen.




Ende






So - das war's fürs erste. Ich hoffe, euch haben die Märchen gefallen. Wenn ich wieder so schöne Märchen finde (ich bin ständig am Suchen!), dann werde ich sie selbstverständlich hier erzählen.

In der Zwischenzeit könnt ihr euch ja auf den anderen Seiten umsehen; ihr werdet die Links bestimmt schon gesehen haben.

Bis demnächst eure Märchenoma Friedolinchen










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